Die Zeit in Brasilien -der Umgang mit der Zeit
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Apropos! „Sich in die Art der MenschenVernarren“ (Wie ich das oben erwähnt habe)– dies kann/tut man wirklich -auch wenn es einem manchmal so vorkommt - also wollen die Brasilianer einem zum Narren halten –wenn sie wieder mal ne Ausrede für das platzen einer Vereinbarung erfinden oder sie –auf sich warten lassen; wenn einem das so vorkommt, dann ist dies nur ein Zeichen, dass man die Menschen nicht verstanden hat und noch nicht in der Brasilianischen Zeitordnung („Zeitunordnung“)angekommen ist. Zeit spielt nämlich in Brasilien nur eine untergeordnete oder oft gar keine Rolle. Wenn wir unserer Sichtweise zu verändern bereit sind –können wir uns Fragen was Zeit eigentlich ist und dadurch auch die entsprechende Brasilianische Person die uns hat warten lassen besser Verstehen.
Aber was ist das eigentlich?- Zeit!
Alls erstes also zur Frage was Zeit eigentlich ist, die Zeit ist nur eine Erfindung des Menschlichen Verstandes –eine Konstruktion in unseren Köpfen die „Ordnet“ und der wir uns vollständig „unterordnen“. Wir glauben, dass wir in der Zeit leben dabei lebt die Zeit in uns –sie gibt es nur in unseren Gedanken –sie ist nichts als eine Idee. Man kann die Zeit nicht anfassen und ihr deshalb auch nicht habhaft werden. Angesichts dieser Tatschen können wir die Zeit auch ganz anders sehen als wir dies tun. Zum Beispiel so wie die Brasilianer: Für die Brasilianer ist das Leben im „HIR“ und „JETZ“ wichtiger als, dass sie sich einer Zeitordnung unter ordnen würden. Durch dieses Leben im „HIER“ und „JETZT“ kann es vorkommen, dass sich an einem gewissen Termin –der vor längerer Zeit Ausgemacht wurde –etwas wichtigeres oder interessanteres sich ergeben hat (Wobei man „wichtiger oder interessanter“ nicht unbedingt Wertet gegenüber der Wartenden Person auffassen kann oder soll). Angesichts der Tatsache, dass „Leben“ nur im HIER und JETZT stattfinden kann ist das Verhalten der Brasilianer die einzige und richtige Antwort auf das Leben. Der Wartende der mit dieser Art –mit der Zeit umzugehen vertraut ist –und dessen Leben sich auch in der Gegenwert abspielt –wird also die sogenannte „Wartezeit“ nicht in dem Maß als Störend empfinden wie der –der mit dieser Sichtweise der Zeit nicht vertraut ist. Spontanität oder etwas Neues kann sich nur in einer nicht verplanten Zeit ergeben wenn man es im „HIER“ und „JETZT“ zulässt. Deshalb wir der „Wartende“ dem das bewusst ist, die Zeit auch nicht als Wartezeit betrachten sondern ihm ergeben sich automatisch neue Möglichkeiten sich zu „beschäftigen“. Durch diese Sichtweise könnte sich vielleicht allmählich heraus kristallisieren wieso die Brasilianer uns so locker und Spontan erscheinen und es tatsächlich auch sind. Desweiteren ist uns durch dieses Wissen vielleicht ein kleiner Schritt in Richtung Entmythisierung der brasilianischen Lebenseinstellung gelungen.
So entstand die Zeit
Zwischenzeit festgestellt haben, dass die Zeit eigentlich nur in unseren Köpfen existiert, kann diese Tatsache mit weiteren Handfesten Indizien veranschaulicht werden. Dazu ist ein kleiner Einblick in die Entstehungsgeschichte der Zeit von Nöten. Außerdem können Anhand der Folgenden Historischen Gesichtspunkten weitere mögliche Erklärungs-Ansätze für die andere Umgangsform mit der Zeit in Brasilien –abgeleitet werden. Wie also ist die Zeit entstanden? In der Frühzeit haben die Menschen die ganze Natur als riesen Uhr benutzt und weil da keine Ziffern drauf sind brauchen die Leute auch keine Zeiger. Man orientierte sich also an der Natur um aufzustehen und schlaffen zu gehen; wenn der Tag erwacht steht man au und wenn es dunkel wird geht man schlafen. Allgemein gesagt alle Bedürfnisse Essen, Trinken, Schlafen usw. richteten sich nach dem Kreislauf der Natur. Deshalb verlief das Zeitbild auch zyklisch und rund, also im völligen Einklang mit der Umwelt. Dies änderte sich aber bereits in der Römerzeit –da wurde nämlich die erste Uhr erfunden, die Sonnenuhr und mit dieser auch das Planen. Man konnte plötzlich Arbeitsschritte, Eroberungsfeldzüge und andere Dinge Planen. Somit hatte der Wettlauf mit der Zeit begonnen. Dieser Wettlauf mit der Zeit war natürlich noch nicht mit dem Heutigen vergleichbar –alles verlief noch ziemlich Ruhig. Die Römer waren noch der Ansicht, dass –wer rast verrückt sei und unter Raserei leidet. Erst als die Tage nicht mehr zur Planung reichten wurde die Stunde erfunden es wurde plötzlich gerechnet, dass man –wenn man sich stresst –also schneller arbeitet mehr produzieren und somit auch mehr verdienen kann. Zeit wurde plötzlich Geld (wert)! Mit dem Anbeginn des Industriezeitalters und der Erfindung der Lokomotive änderte sich die Beschleunigte, Materialistische und Profitorientierte Welt dramatisch. Erst recht als Edison die Glühbirne erfindet und somit auch in der Nacht gearbeitet werden konnte. Mit anderen Worten Natur-ade! Man brauchte sich nicht länger an der Natur zu orientieren man hat sich eine wie ich meine künstliche von der Natur abgekoppelte Welt geschaffen auf dessen Gipfel wir uns Heute befinden. In einer komplett von der Natur abgetrennten und völlig sterilen und sogar einer sich die Natur(also auch wir Menschen wir sind auch Natur) zum Untertan machenden Welt.
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